Bibliothek des Widerstands Band 31: Verdeckter Bürgerkrieg und Klassenkampf in Italien, I Die sechziger Jahre

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Die weltweite Teilung in zwei große Blöcke spiegelte sich in Italien in der inneren Aufstellung der politischen Klasse wider und hegemonisierte Inhalt und Form des Klassenkampfes. Eine Revolte, die sich von keiner der bestehenden Parteien und Gewerkschaften führen lassen wollte, stieß auch auf den Widerspruch der PCI (Kommunistische Partei Italiens).Die Geschichte des Operaismus beginnt bereits zu Anfang der 1960er-Jahre mit den Linien einer klaren Rebellion gegen die traditionelle Linke. Der Bezugsverlust der PCI zur marxistischen Theorie, zur Arbeiterklasse und der Welt der Fabrik war eine der Voraussetzungen, unter der sich die neue Verbindung zwischen Arbeitern und Studenten entwickeln konnte. Auf diese neue Kraft zielte die staatliche und neofaschistische Gewalt, die ihren vorläufigen brutalen Höhepunkt im Bombenattentat auf der Piazza Fontana am 12. Dezember 1969 fand, bei dem 17 Menschen starben und 88 verletzt wurden. Damit begann die sogenannte »Strategie der Spannung«, die zu einer autoritären Lösung der sozialen Konflikte in Italien führen sollte. Zum Netzwerk dieser staatsterroristischen Gewalt gehörten Neofaschisten, italienische und amerikanische Geheimdienste und Seilschaften aus Politik und Wirtschaft.Auf Seiten der Linken und der Arbeiterklasse entstand eine radikale Verbindung mit einer beschleunigten Politisierung und Militanz, die insbesondere Studenten, Jugendliche und Jungarbeiter erfasste und die politische Situation im Italien der folgenden Jahre erheblich prägte.

Band I zur neuesten Geschichte in Italien versammelt u. a. die prägnanten Untersuchungen der Historiker Cesare Bermani, Sergio Bologna, Diego Giachetti und Mimmo Franzinelli zu dieser Zeit sowie die Einführung der kollektiv geschriebenen »Gegenermittlung« der außerparlamentarischen Linken zum Attentat auf der Piazza Fontana.

Diesem Band liegen 14 Filme der 1960er-Jahre bei, darunter der vom LAIKA-Verlag gemeinsam mit der Stiftung Cineteca di Bologna restaurierte Film »12 dicembre« von Pier Paolo Pasolini und Lotta Continua, der ein Jahr nach dem Attentat auf der Piazza Fontana entstanden ist. Ein bemerkenswertes politisches Dokument der italienischen Nachkriegszeit, das wie kaum ein anderes die Stimmung nach dem Beginn der Strategie der Bomben zeigt.

Weitere Filme in diesem Band u.a.:

Die offene Fabrik

1971, 29 Minuten,

Regie: Kollektiv des militanten Kinos Turin

Auf der Suche nach 68 – Spuren und Indizien

1996, 74 Minuten,

Regie: Giuseppe Bertolucci

Wochenschau der Studentenbewegung Nr. 1

1968, 42 Minuten,

Regie: Kollektiv Studentenbewegung Uni Rom

Fata Morgana

1962, 11 Minuten,

Regie: Lino dal Fra

Hypothesen über den Tod von Pinelli

1970, 13 Minuten,

Regie: Komitee italienischer Cineasten gegen die Repression

Zusätzliche Information

Label / Brand

Laika Verlag


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